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GERMANY - DEUTSCHLAND

Pope Saint John Paul II was a pilgrim to Germany in 1980, 1987 & 1996.

Benedict XVI's first trip abroad as Pope was to his homeland for World Youth Day 2005 in Cologne. He returned to Germany in 2006 and again in 2011 (his 1st 'official state' visit).

Papa Benedict has given catechesis &/or Totus2us has done recordings on: St Albert the Great, Edith Stein (Saint Teresia Benedicta of the Cross), Georg Hegel, St Gertrude the Great, St Hildegard of Bingen, Immanuel Kant, Ludwig Wittgenstein, St Matilda of Hackeborn, Rabanus Maurus, Blessed Rupert Mayer & Rupert of Deutz.

So many Germans have generously given responses to Totus2us podcasts (a beautiful witness to the great faith in Germany), they are shown here alphabetically by Christian name: beginning with A - L and M - Z
- Vielen Dank an euch alle    ♥

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Gebete in deutscher Sprache auf Totus2us

Der Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes      

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Totus tuus ego sum et omnia mea tua sunt.
Accipio te in mea omnia. Praebe mihi cor tuum, Maria. - St Louis de Montfort

Blessed John Paul II took his motto Totus Tuus from this quote.

"I am totally yours and all that I have is yours.
I accept you for my all. O Mary, give me your heart.”

Die Generalaudienz von Papst Benedikt XVI zu seiner apostolischen Reise nach Deutschland im Jahr 2011
- in Croatian, English, French, German, Italian, Portuguese & Spanish

"Liebe Brüder und Schwestern!
Wie ihr wißt, habe ich vom vergangenen Donnerstag bis Sonntag einen Pastoralbesuch in Deutschland durchgeführt. Ich freue mich daher, wie gewohnt die Gelegenheit der heutigen Audienz zu ergreifen, um gemeinsam mit euch Rückschau zu halten auf die intensiven und wunderschönen Tage, die ich in meinem Heimatland verbracht habe. Ich habe Deutschland von Nord nach Süd, von Ost nach West durchquert: von der Hauptstadt Berlin nach Erfurt und zum Eichsfeld und schließlich nach Freiburg, einer Stadt nahe der Grenze zu Frankreich und zur Schweiz. Vor allem danke ich dem Herrn für die Möglichkeit, die er mir geschenkt hat, den Menschen zu begegnen und über Gott zu sprechen, gemeinsam zu beten und die Brüder und Schwestern im Glauben zu stärken, dem besonderen Auftrag gemäß, den der Herr dem Petrus und seinen Nachfolgern anvertraut hat. Der Besuch stand unter dem Motto »Wo Gott ist, da ist Zukunft!« Er war wirklich ein großes Fest des Glaubens: in den verschiedenen Begegnungen und Gesprächen, in den Gottesdiensten, besonders in den feierlichen Messen mit dem Gottesvolk. Diese Augenblicke waren ein kostbares Geschenk, das uns erneut spüren ließ, daß Gott unserem Leben den tiefsten Sinn, die wahre Fülle verleiht, ja daß nur er uns und allen Menschen eine Zukunft schenkt.

In tiefer Dankbarkeit erinnere ich mich an den herzlichen und begeisterten Empfang sowie an die Aufmerksamkeit und die Zuneigung, die mir an den verschiedenen Orten, die ich besucht habe, entgegengebracht wurden. Ich danke von Herzen den deutschen Bischöfen, besonders denen der Diözesen, die mir Gastfreundschaft erwiesen haben, für die Einladung und für das, was sie zusammen mit vielen Mitarbeitern zur Vorbereitung dieser Reise getan haben. Ein aufrichtiger Dank ergeht auch an den Bundespräsidenten sowie an alle politischen und zivilen Autoritäten auf Bundesebene und auf regionaler Ebene. Ich bin allen, die auf unterschiedliche Weise zum guten Gelingen des Besuchs beigetragen haben, vor allem den zahlreichen freiwilligen Helfern, zutiefst dankbar. So war er ein großes Geschenk für mich und für uns alle und hat Freude, Hoffnung und neue Impulse des Glaubens und des Einsatzes für die Zukunft erweckt. In der Bundeshauptstadt Berlin hat mich der Bundespräsident in seiner Residenz empfangen. Er hat mich in seinem Namen und im Namen meiner Landsleute willkommen geheißen und hat die Hochachtung und die Liebe gegenüber einem aus Deutschland stammenden Papst zum Ausdruck gebracht. Meinerseits konnte ich kurz einige Gedanken über die gegenseitige Beziehung zwischen Religion und Freiheit darlegen, wobei ich ein Wort des großen Bischofs und Sozialreformers Wilhelm von Ketteler in Erinnerung gerufen habe: »Wie die Religion der Freiheit bedarf, so bedarf auch die Freiheit der Religion«.

Sehr gerne habe ich die Einladung in den Bundestag angenommen. Dies war gewiß ein Augenblick von großer Tragweite auf meiner Reise. Zum ersten Mal hat ein Papst vor den Mitgliedern des deutschen Bundestags eine Ansprache gehalten. Bei dieser Gelegenheit habe ich die Grundlage des Rechts und des freien Rechtsstaats erläutert, also den Maßstab jeden Rechts, der vom Schöpfer in das Wesen seiner Schöpfung hineingelegt wurde. Daher ist es notwendig, unseren Begriff von Natur zu erweitern und sie nicht nur als ein funktionales Ganzes zu verstehen, sondern darüber hinaus als Sprache des Schöpfers, die uns helfen soll, Gut und Böse zu unterscheiden. Anschließend fand auch eine Begegnung mit Vertretern der jüdischen Gemeinde in Deutschland statt. Eingedenk unserer gemeinsamen Wurzeln im Glauben an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs haben wir die Früchte hervorgehoben, die aus dem Dialog zwischen der katholischen Kirche und dem Judentum in Deutschland bisher hervorgegangen sind. Ebenso konnte ich einigen Mitgliedern der muslimischen Gemeinde begegnen und habe mit ihnen über die Bedeutung der Religionsfreiheit für eine friedliche Entwicklung der Menschheit gesprochen.

Die heilige Messe im Olympiastadion in Berlin zum Abschluß des ersten Besuchstages war eine der großen liturgischen Feiern, die mir die Möglichkeit gaben, gemeinsam mit den Gläubigen zu beten und sie im Glauben zu ermutigen. Ich habe mich sehr gefreut, daß so viele Menschen daran teilgenommen haben! In jenem feierlichen und eindrucksvollen Augenblick haben wir über das Bild vom Weinstock und den Reben aus dem Evangelium nachgedacht, also darüber, wie wichtig es ist, mit Christus vereint zu sein, für unser persönliches Glaubensleben und für unser Kirche-Sein, die sein mystischer Leib ist.

Die zweite Station meines Besuchs war Thüringen. Deutschland, und insbesondere Thüringen, ist das Land der protestantischen Reformation. Es war mir daher von Anfang an ein großes Anliegen, im Rahmen dieser Reise besonderes Gewicht auf die Ökumene zu legen, und es war mein tiefer Wunsch, in Erfurt einen Augenblick der Ökumene zu erleben, weil in eben dieser Stadt Martin Luther in die Gemeinschaft der Augustiner eingetreten ist und dort zum Priester geweiht wurde. Ich habe mich daher sehr gefreut über die Begegnung mit den Mitgliedern des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und über den ökumenischen Gottesdienst im ehemaligen Augustinerkloster: eine herzliche Begegnung, die uns im Dialog und im Gebet in tieferer Weise zu Christus geführt hat. Wir haben erneut gesehen, wie wichtig unser gemeinsames Zeugnis des Glaubens an Jesus Christus in der heutigen Welt ist, die Gott oft nicht kennt oder sich nicht um ihn kümmert. Auf dem Weg zur vollen Einheit bedarf es unserer gemeinsamen Anstrengungen, aber wir sind uns immer sehr wohl bewußt, daß wir weder den Glauben noch die so sehr erwünschte Einheit »machen« können. Ein von uns selbst geschaffener Glaube hat keinerlei Wert, und die wahre Einheit ist vielmehr ein Geschenk des Herrn, der stets für die Einheit seiner Jünger gebetet hat und betet. Nur Christus kann uns diese Einheit schenken, und je mehr wir uns ihm zuwenden und uns von ihm verwandeln lassen, desto mehr werden wir vereint sein.

Ein besonders bewegender Augenblick war für mich die Feier der Marienvesper vor der Wallfahrtskirche Etzelsbach, wo eine große Schar von Pilgern mich empfangen hat. Bereits in meiner Jugend hatte ich vom Eichsfeld gehört – einem Landstrich, der in den verschiedenen Wechselfällen der Geschichte stets katholisch geblieben ist – und von seinen Bewohnern, die sich mutig den Diktaturen des Nationalsozialismus und des Kommunismus widersetzt haben. So habe ich mich sehr gefreut, das Eichsfeld und seine Bewohner zu besuchen, auf einer Pilgerfahrt zum Gnadenbild der Schmerzensreichen Jungfrau von Etzelsbach, wo die Gläubigen über Jahrhunderte hinweg Maria ihre Bitten, Sorgen und Leiden anvertraut und Trost, Gnade und Segen empfangen haben. Ebenso berührend war die Messe, die wir auf dem prachtvollen Erfurter Domplatz gefeiert haben. Im Gedenken an die Schutzheiligen von Thüringen – die hl. Elisabeth, den hl. Bonifatius und den hl. Kilian – und das leuchtende Vorbild der Gläubigen, die während der totalitären Systeme das Evangelium bezeugt haben, habe ich die Gläubigen eingeladen, die Heiligen von heute zu sein, mutige Zeugen Christi, und zum Aufbau unserer Gesellschaft beizutragen. Es waren nämlich immer die Heiligen und die von der Liebe Christi durchdrungenen Menschen, die wirklich die Welt verändert haben. Bewegend war auch die kurze Begegnung mit Prälat Hermann Scheipers, dem letzten noch lebenden deutschen Priester, der das Konzentrationslager Dachau überlebt hat. In Erfurt hatte ich auch Gelegenheit zur Begegnung mit Opfern sexuellen Mißbrauchs durch Priester und kirchliche Mitarbeiter und habe ihnen meine Anteilnahme und mein Mitgefühl mit ihrem Leid zugesichert.

Die letzte Station meiner Reise hat mich in den Südwesten Deutschlands geführt, in die Erzdiözese Freiburg. Die Einwohner dieser schönen Stadt, die Gläubigen der Erzdiözese sowie die zahlreichen Pilger, die aus der nahegelegenen Schweiz und dem nahen Frankreich sowie aus anderen Ländern gekommen waren, haben mir einen besonders feierlichen Empfang bereitet. Ich konnte ihn auch in der Gebetsvigil mit Tausenden von Jugendlichen erfahren. Ich war glücklich zu sehen, daß der Glaube in meiner deutschen Heimat ein junges Gesicht hat, daß er lebendig ist und eine Zukunft besitzt. Im stimmungsvollen Lichtritus habe ich die Flamme der Osterkerze an die Jugendlichen weitergegeben, Symbol des Lichts, das Christus ist, und habe sie ermahnt: »Ihr seid das Licht der Welt.« Ich habe ihnen erneut gesagt, daß der Papst auf die aktive Mitarbeit der Jugendlichen vertraut: Mit der Gnade Christi sind sie in der Lage, der Welt das Feuer der Liebe Gottes zu bringen.

Ein einzigartiger Augenblick war die Begegnung mit den Seminaristen im Freiburger Priesterseminar. Gewissermaßen als Antwort auf den berührenden Brief, den sie mir einige Wochen zuvor zukommen ließen, wollte ich diesen jungen Männern die Schönheit und Größe ihrer Berufung durch den Herrn zeigen und ihnen eine Hilfestellung geben, um den Weg der Nachfolge mit Freude und in tiefer Gemeinschaft mit Christus fortzusetzen. Im Seminar konnte ich außerdem in brüderlicher Atmosphäre auch einigen Vertretern der orthodoxen und orientalischen Kirchen begegnen, denen wir Katholiken uns sehr nahe fühlen. Eben dieser weitreichenden Gemeinsamkeit entspringt auch die gemeinsame Aufgabe, Sauerteig für die Erneuerung unserer Gesellschaft zu sein. Eine freundschaftliche Begegnung mit Vertretern der deutschen katholischen Laien hat die Reihe der Zusammenkünfte im Seminar abgeschlossen.

Die große sonntägliche Eucharistiefeier auf dem Flughafengelände von Freiburg war ein weiterer Höhepunkt des Pastoralbesuchs und bot Gelegenheit, allen zu danken, die in den verschiedenen Bereichen des kirchlichen Lebens tätig sind, vor allem den zahlreichen freiwilligen Helfern und Mitarbeitern der karitativen Initiativen. Sie machen die vielfältigen Hilfen möglich, die die Kirche in Deutschland der Universalkirche anbietet, besonders in den Missionsländern. Ich habe auch in Erinnerung gerufen, daß ihr wertvoller Dienst immer dann fruchtbar sein wird, wenn er aus einem echten und lebendigen Glauben heraus geschieht, in Einheit mit den Bischöfen und dem Papst, in Einheit mit der Kirche. Vor meiner Rückkehr habe ich schließlich zu etwa tausend engagierten Katholiken aus Kirche und Gesellschaft gesprochen und einige Überlegungen über das Wirken der Kirche in einer säkularisierten Gesellschaft dargelegt, über die Aufforderung, von materiellen und politischen Lasten frei zu sein, um transparenter zu sein für Gott.

Liebe Brüder und Schwestern, diese Apostolische Reise nach Deutschland hat mir eine günstige Gelegenheit geboten, den Gläubigen meiner deutschen Heimat zu begegnen, sie im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe zu stärken und die Freude, katholisch zu sein, mit ihnen zu teilen. Meine Botschaft war jedoch an das ganze deutsche Volk gerichtet, um alle einzuladen, mit Vertrauen in die Zukunft zu blicken. Wahrlich, »wo Gott ist, da ist Zukunft«! Ich danke noch einmal allen, die diesen Besuch ermöglicht haben, sowie jenen, die mich mit dem Gebet begleitet haben. Der Herr segne das Volk Gottes in Deutschland, und er segne euch alle. Danke."

BXVI - Petersplatz, Mittwoch, 28. September 2011 - © Copyright 2011 - Libreria Editrice Vaticana

Benedikt XVI - Generalaudienz
Mittwoch, 24. August 2005 - in English, French, German, Italian, Portuguese & Spanish

"Liebe Brüder und Schwestern!
Wie der geliebte Johannes Paul II. nach jeder Apostolischen Pilgerreise zu tun pflegte, möchte auch ich heute zusammen mit euch Rückschau halten auf die Tage, die ich anläßlich des Weltjugendtages in Köln verbracht habe. Die göttliche Vorsehung wollte, daß mein erster Pastoralbesuch außerhalb Italiens gerade mein Heimatland zum Ziel hatte und aus Anlaß des großen Treffens der Jugend der Welt 20 Jahre nach Einführung des Weltjugendtages stattfand, der von meinem unvergeßlichen Vorgänger mit prophetischer Intuition gewollt worden war. Nach meiner Rückkehr danke ich Gott aus tiefem Herzen für das Geschenk dieser Pilgerreise, die ich voll Dankbarkeit im Gedächtnis bewahre. Wir alle haben verspürt, daß sie ein Geschenk Gottes war. Gewiß, viele haben daran mitgearbeitet, aber letztendlich war die Gnade dieser Begegnung ein Geschenk von oben, vom Herrn. Mein Dank gilt zugleich all denen, die mit Eifer und Liebe dieses Treffen in allen seinen Phasen vorbereitet und organisiert haben: an erster Stelle dem Erzbischof von Köln, Kardinal Joachim Meisner, dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehman, und den deutschen Bischöfen, denen ich zum Abschluß meines Besuches begegnet bin. Weiter möchte ich den Obrigkeiten, den Organisationen und den freiwilligen Helfern danken, die zum guten Gelingen beigetragen haben. Ich danke auch allen Personen und Gemeinschaften, die dieses Ereignis durch ihr Gebet unterstützt haben, und den Kranken, die ihr Leiden für das geistliche Gelingen dieser wichtigen Veranstaltung dargebracht haben.

Die ideelle Umarmung mit den jungen Teilnehmern des Weltjugendtages begann schon bei meiner Ankunft auf dem Flughafen Köln/Bonn und setzte immer mehr Emotionen in Bewegung auf der Rheinfahrt von der Anlegestelle Rodenkirchener Brücke nach Köln unter Begleitung von weiteren fünf Schiffen, stellvertretend für die fünf Kontinente. Sehr beeindruckend war der Halt vor dem Anlegesteg der Poller Rheinwiesen, wo schon Abertausende junge Menschen warteten, mit denen ich die erste offizielle Begegnung hatte, die sich »festlicher Empfang« nannte und unter dem Leitwort der Heiligen Drei Könige stand: »Wo ist der neugeborene König der Juden?« (Mt 2,2a). Die Drei Könige waren die »Führer« dieser jungen Pilger auf dem Weg zu Christus, dieser Anbeter des Geheimnisses seiner Gegenwart in der Eucharistie. Wie bedeutsam ist es, daß all das geschah, während wir uns dem Ende des von Johannes Paul II. gewollten Jahres der Eucharistie nähern. »Wir sind gekommen, um ihn anzubeten«: Das Thema des Treffens hat alle eingeladen, den Heiligen Drei Königen im Geist zu folgen und mit ihnen einen inneren Weg der Umkehr zum Immanuel, zum »Gott mit uns«, zurückzulegen, um ihn kennenzulernen, ihm zu begegnen und ihn anzubeten und – nachdem man ihm begegnet ist und ihn angebetet hat – heimzukehren mit einem Herzen, das zutiefst von seinem Licht und seiner Freude erfüllt ist.

In Köln hatten die Jugendlichen mehrmals Gelegenheit, diese bedeutsame geistliche Thematik zu vertiefen. Gleichzeitig fühlten sie sich vom Heiligen Geist gedrängt, begeisterte und konsequente Zeugen Christi zu sein, der verheißen hat, bis ans Ende der Zeiten in der Eucharistie wirklich unter uns gegenwärtig zu sein. Ich denke an die einzelnen Augenblicke zurück, die ich zu meiner Freude mit ihnen teilen konnte, besonders an die Gebetsvigil am Samstagabend und an den Abschlußgottesdienst am Sonntag. Diesen eindrucksvollen Kundgebungen des Glaubens hatten sich Millionen anderer Jugendlicher aus allen Erdteilen angeschlossen, dank der providentiellen Radio- und Fernsehverbindungen. Aber ich möchte hier auch eine einzigartige Begegnung in Erinnerung rufen, nämlich die mit den Seminaristen, den jungen Männern, die zu einer radikaleren persönlichen Nachfolge Christi, des Lehrers und Hirten, berufen sind. Ich wollte, daß ihnen ein besonderer Moment gewidmet wird, auch um die für den Weltjugendtag typische Dimension der Berufung zu unterstreichen. Nicht wenige Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben sind in diesen 20 Jahren gerade während der Weltjugendtage entstanden, die bevorzugte Gelegenheiten sind, in denen der Heilige Geist kraftvoll seinen Ruf hören läßt.

In den hoffnungsvollen Kontext dieser Tage in Köln fügt sich die ökumenische Begegnung mit den Vertretern der anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften sehr gut ein. Deutschlands Rolle im ökumenischen Dialog ist bedeutsam, einmal aufgrund der traurigen Geschichte der Spaltungen und zweitens wegen der Rolle, die es im Weg der Versöhnung einnimmt. Ich hoffe, daß der Dialog als gegenseitiger Austausch von Gaben und nicht nur von Worten weiterhin dazu beitrage, jene geordnete und harmonische »Symphonie« wachsen und reifen zu lassen, die die katholische Einheit ist. In dieser Hinsicht sind die Weltjugendtage ein wertvolles ökumenisches »Laboratorium«. Und wie könnte man sich nicht ohne innere Bewegung an den Besuch in der Kölner Synagoge erinnern, wo die älteste jüdische Gemeinde in Deutschland ihren Sitz hat? Mit den jüdischen Brüdern habe ich der »Schoah« gedacht und des 60. Jahrestages der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrationslager. In dieses Jahr fällt zudem der 40. Jahrestag der Konzilserklärung Nostra aetate, die eine neue Epoche des Dialogs und der geistlichen Solidarität zwischen Juden und Christen sowie der Wertschätzung für die anderen großen religiösen Traditionen eingeleitet hat. Unter ihnen hat der Islam einen besonderen Platz, weil seine Anhänger den einen Gott anbeten und sich gern auf den Patriarchen Abraham berufen. Aus diesem Grund wollte ich mit den Vertretern einiger muslimischer Gemeinden zusammentreffen. Ich habe ihnen von den Hoffnungen und Sorgen dieses schwierigen geschichtlichen Augenblicks, in dem wir leben, berichtet in der Hoffnung, daß der Fanatismus und die Gewalt ausgelöscht werden und daß man zusammenarbeiten kann, um die Würde der menschlichen Person zu verteidigen und ihre Grundrechte zu schützen.

Liebe Brüder und Schwestern, vom Herzen des »alten« Europas aus, das im vorigen Jahrhundert leider furchtbare Kriege und unmenschliche Regime erlebt hat, haben die Jugendlichen an die Menschheit unserer Zeit die Botschaft der Hoffnung gerichtet, die nicht trügt, weil sie im Wort Gottes gründet, das in Jesus Christus Mensch geworden ist, der zu unserem Heil gestorben und auferstanden ist. Die jungen Menschen in Köln sind im Geheimnis der Eucharistie dem Immanuel begegnet, dem »Gott mit uns«, und haben ihn angebetet; sie haben noch besser erkannt, daß die Kirche die große Familie ist, mit deren Hilfe Gott einen Raum der Gemeinschaft und der Einheit unter allen Kontinenten, Kulturen und Rassen bildet, eine Familie, die über die Welt hinausgeht und weder Grenzen noch Schranken kennt, sozusagen eine »große Versammlung von Pilgern«, die gemeinsam mit Christus gehen, geführt von ihm, dem glänzenden Stern, der die Geschichte erhellt. Jesus macht sich zu unserem Wegbegleiter in der Eucharistie, und in der Eucharistie – so sagte ich in der Predigt bei dem Schlußgottesdienst, indem ich ein bekanntes Bild aus der Physik abwandelte – leitet er »die Kernspaltung« im tiefsten Inneren des Daseins ein. Nur diese innere Explosion des Guten, das das Böse besiegt, kann die anderen Umwandlungen hervorrufen, die notwendig sind, um die Welt zu verändern. Jesus, das Antlitz des barmherzigen Gottes für jeden Menschen, erleuchtet weiterhin unseren Weg als der Stern, der die Drei Könige geführt hat, und erfüllt uns mit seiner Freude. Beten wir also darum, daß die jungen Menschen von Köln mit sich und in sich das Licht Christi tragen, der Wahrheit und Liebe ist, und es überall verbreiten. Ich vertraue darauf, daß wir dank der Kraft des Heiligen Geistes und durch die mütterliche Hilfe der Jungfrau Maria einen reichen Frühling der Hoffnung in Deutschland, in Europa und auf der ganzen Welt erleben werden.

Gerne halte ich heute Rückschau auf meine Apostolische Reise nach Köln anläßlich des XX. Weltjugendtages und danke Gott für diesen ersten Pastoralbesuch außerhalb Italiens, der mich in meine deutsche Heimat geführt hat. Der Rückblick auf die Tage in Köln läßt mich auch voller Dankbarkeit an all jene denken, die zum Gelingen des Weltjugendtreffens beigetragen haben. Von Anfang an durfte ich die große Nähe und Zuneigung der Jugendlichen erfahren. Wir alle haben uns vom Stern erleuchten und führen lassen, der schon den Heiligen Drei Königen den Weg zum Heil gewiesen hat. Die Jugendlichen und ich, wir sind gekommen um Ihn, Christus den Herrn, anzubeten. Wir haben uns auf den inneren Weg begeben, der uns zu Jesus führt, um ihn besser zu kennen, ihm zu begegnen, ihn anzubeten und, erfüllt von seinem göttlichen Licht, unsere Pfade mutig und hoffnungsvoll weiterzugehen. Herausragende Momente des Welttreffens waren gewiß die Vigil und die feierliche heilige Messe auf dem Marienfeld. Ein besonderes Anliegen war es mir auch, die vielen jungen Männer zu ermutigen, die als Seminaristen auf dem Weg der besonderen Nachfolge Christi sind."

*****

"Ganz herzlich grüße ich alle Pilger deutscher Sprache, unter ihnen Familien aus dem Erzbistum München-Freising. Der Kölner Weltjugendtag hat erneut deutlich werden lassen, daß die Kirche eine große und durch den Glauben geeinte Familie ist, die die Welt, die Zeiten, Himmel und Erde umspannt. Wir durften Jesus Christus begegnen, der uns das barmherzige Gesicht Gottes zeigt. So wie einst der Stern die Weisen aus dem Morgenland leitete, wollen wir uns vom Licht Christi auf den Straßen unseres Lebens führen lassen. Dieses Licht erleuchte euch allezeit; der Segen des Herrn begleite euch auf allen euren Wegen!"

© Copyright 2005 - Libreria Editrice Vaticana

Benedikt XVI - Generalaudienz - Die Apostolische Reise nach München, Altötting und Regensburg
Mittwoch, 20. September 2006 - in Croatian, English, French, German, Italian, Portuguese & Spanish

"Liebe Brüder und Schwestern!
Heute möchte ich in Gedanken Rückschau halten auf die verschiedenen Momente der Pastoralreise nach Bayern in der vergangenen Woche, die zu unternehmen der Herr mir gewährt hat. Während ich mit euch meine Empfindungen teile und das, was mich berührt hat, als ich die mir so teuren Orte wiedersah, verspüre ich vor allem das Bedürfnis, Gott dafür zu danken, daß er diesen zweiten Besuch in Deutschland – und zum ersten Mal in Bayern, meiner Heimat – möglich gemacht hat. Aufrichtig dankbar bin ich auch all jenen, die mit Hingabe und Geduld daran gearbeitet haben, daß jeder Programmpunkt auf bestmögliche Weise ablief: den Bischöfen, Priestern, pastoralen Mitarbeitern, Autoritäten des öffentlichen Lebens, Organisatoren, Ordnungskräften und freiwilligen Helfern. Wie ich bei der Ankunft am Münchener Flughafen am Samstag, dem 9. September, sagte, war es das Ziel meiner Reise, in Erinnerung an all diejenigen, die zur Formung meiner Persönlichkeit beigetragen haben, die tiefen Bindungen zwischen dem Römischen Bischofssitz und der Kirche in Deutschland als Nachfolger des Apostels Petrus erneut zu bekräftigen und zu bestätigen. Die Reise war also nicht nur einfach eine »Rückkehr« in die Vergangenheit, sondern auch eine gute Gelegenheit, um hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. »Wer glaubt, ist nie allein«: Das Motto des Besuches sollte eine Einladung sein, über die Zugehörigkeit jedes Getauften zur einen Kirche Christi nachzudenken, innerhalb der man nie allein ist, sondern in ständiger Gemeinschaft mit Gott und mit allen Brüdern.

Die erste Station war die Stadt München, die »Weltstadt mit Herz«, wie sie genannt wird. In ihrer Altstadt liegt der Marienplatz, wo die »Mariensäule« steht, mit einer Statue der Jungfrau Maria aus vergoldeter Bronze auf der Spitze. Ich wollte meinen Aufenthalt in Bayern mit einer Huldigung an die Patronin Bayerns beginnen, die für mich einen höchst bedeutsamen Wert besitzt: Dort, auf jenem Platz und vor jener Marienfigur, wurde ich vor ungefähr 30 Jahren als Erzbischof empfangen und begann meine bischöfliche Sendung mit einem Gebet an Maria; dorthin kehrte ich am Ende meiner Amtszeit vor meiner Abreise nach Rom zurück. Diesmal wollte ich wieder zu Füßen der Mariensäule stehen, um die Fürsprache und den Segen der Gottesmutter nicht nur für die Stadt München und für Bayern zu erbitten, sondern für die gesamte Kirche und für die ganze Welt. Am nächsten Tag, dem Sonntag, habe ich mit zahlreichen Gläubigen, die aus verschiedenen Gegenden gekommen waren, auf dem Gelände »Neue Messe« in München die Eucharistie gefeiert: Anhand des Evangeliums jenes Sonntags habe ich alle daran erinnert, daß es eine »Schwerhörigkeit « Gott gegenüber gibt, an der wir gerade heutzutage leiden. Es ist die Aufgabe von uns Christen, in einer säkularisierten Welt allen Menschen die Botschaft der Hoffnung, die uns der Glaube schenkt, zu verkünden und zu bezeugen: Im gekreuzigten Christus ruft uns Gott, der barmherzige Vater, dazu auf, seine Kinder zu sein und jede Form von Haß und Gewalt zu überwinden, um zum endgültigen Triumph der Liebe beizutragen.

»Stärke unseren Glauben«: Das war das Thema der Begegnung am Sonntagnachmittag mit den Kommunionkindern und ihren jungen Familien, mit den Katecheten, den anderen pastoralen Mitarbeitern und allen, die an der Evangelisierung in der Diözese München mitarbeiten. Wir haben miteinander die Vesper in der historischen Kathedrale gefeiert, die als »Liebfrauendom « bekannt ist. Hier werden die Reliquien des hl. Benno, des Patrons der Stadt, aufbewahrt, und hier wurde ich im Jahr 1977 zum Bischof geweiht. Die Kinder und die Erwachsenen habe ich daran erinnert, daß Gott nicht weit weg von uns ist, an irgendeinem unerreichbaren Ort im Weltraum. Im Gegenteil, in Jesus hat er sich uns genähert, um mit jedem Freundschaft zu schließen. Jede christliche Gemeinschaft und ganz besonders die Pfarrei ist berufen, durch den ständigen Einsatz jedes ihrer Mitglieder eine große Familie zu werden, die in der Lage ist, vereint auf dem Weg des wahren Lebens voranzuschreiten.

Ein großer Teil des Montags, des 11. September, war dem Aufenthalt in Altötting in der Diözese Passau gewidmet. Dieses Städtchen ist als »Herz Bayerns« bekannt, und dort wird die in der Gnadenkapelle verehrte »Schwarze Madonna« aufbewahrt, die Ziel zahlreicher Pilger aus Deutschland und aus den Ländern Mitteleuropas ist. In der Nähe liegt der Kapuzinerkonvent »St. Anna«, wo der hl. Konrad Birndorfer lebte, der von meinem verehrten Vorgänger Papst Pius XI. im Jahre 1934 heiliggesprochen wurde. Mit den zahlreichen Gläubigen, die zur Feier der heiligen Messe auf dem Platz vor dem Heiligtum versammelt waren, haben wir über die Rolle Mariens im Heilswerk nachgedacht, um von ihr die zuvorkommende Güte, die Demut und die hochherzige Annahme des göttlichen Willens zu lernen. Maria führt uns zu Jesus: Diese Wahrheit wurde am Ende des göttlichen Opfers noch sichtbarer gemacht durch die andachtsvolle Prozession, in der wir, die Statue der Muttergottes mit uns tragend, in die neue Anbetungskapelle eingezogen sind, die bei dieser festlichen Gelegenheit ihrer Bestimmung übergeben wurde. Der Tag wurde abgeschlossen durch die feierliche Marienvesper in der Basilika St. Anna in Altötting, bei der Ordensleute und Seminaristen aus Bayern zusammen mit den Mitgliedern des Werkes für geistliche Berufe anwesend waren.

Am nächsten Tag, dem Dienstag, gab es in Regensburg – einer Diözese, die 739 vom hl. Bonifatius errichtet wurde und deren Patron der heilige Bischof Wolfgang ist – drei wichtige Ereignisse. Am Vormittag fand die heilige Messe auf dem »Islinger Feld« statt, bei der wir das Thema des Pastoralbesuches: »Wer glaubt, ist nie allein« aufgegriffen und so über den Inhalt des Glaubensbekenntnisses nachgedacht haben. Gott, der Vater ist, will die ganze Menschheit durch Jesus Christus in einer einzigen Familie, der Kirche, zusammenführen. Daher ist, wer glaubt, nie allein; wer glaubt, braucht keine Angst zu haben, in einer Sackgasse zu enden. Am Nachmittag war ich dann im Regensburger Dom, der auch für seinen Knabenchor, die »Domspatzen«, bekannt ist. Dieser Chor kann sich einer tausendjährigen Tätigkeit rühmen und wurde drei Jahrzehnte lang von meinem Bruder Georg geleitet. Dort haben wir die ökumenische Vesper gefeiert, an der zahlreiche Vertreter verschiedener Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften in Bayern sowie die Mitglieder der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz teilnahmen. Es war eine willkommene Gelegenheit, um gemeinsam dafür zu beten, daß die volle Einheit unter allen Jüngern Christi schnell vorankommen möge, und um noch einmal die Pflicht hervorzuheben, unseren Glauben an Jesus Christus ohne Abstriche zu verkünden, unverkürzt und deutlich, vor allem aber durch die aufrichtige Liebe in unserem Verhalten.

Eine besonders schöne Erfahrung war es an jenem Tag für mich, eine Vorlesung vor einer großen Zuhörerschaft von Professoren und Studenten in der Universität von Regensburg zu halten, wo ich viele Jahre lang als Professor gelehrt habe. Voll Freude konnte ich noch einmal der universitären Welt begegnen, die während eines langen Abschnitts meines Lebens meine geistliche Heimat gewesen ist. Als Thema hatte ich die Frage des Verhältnisses von Glaube und Vernunft gewählt. Um die Zuhörerschaft in die Dramatik und die Aktualität des Themas einzuführen, habe ich einige Worte aus einem christlich-islamischen Dialog des 14. Jahrhunderts zitiert, mit denen der christliche Gesprächspartner – der byzantinische Kaiser Manuel II. Palaeologos – auf für uns unverständlich schroffe Art dem islamischen Gesprächspartner das Problem des Verhältnisses von Religion und Gewalt vorlegte. Dieses Zitat konnte leider Anlaß geben zu Mißverständnissen. Für den aufmerksamen Leser meines Textes ist es jedoch deutlich, daß ich mir die von dem mittelalterlichen Kaiser in diesem Dialog ausgesprochenen negativen Worte in keiner Weise zu eigen machen wollte und daß ihr polemischer Inhalt nicht meine persönliche Überzeugung zum Ausdruck bringt. Meine Absicht war eine ganz andere: Ausgehend davon, was Manuel II. im folgenden positiv und mit sehr schönen Worten sagt über die Vernünftigkeit, die uns in der Weitergabe des Glaubens leiten muß, wollte ich erklären, daß nicht Religion und Gewalt, sondern Religion und Vernunft zusammengehören. Thema meines Vortrags war also – dem Auftrag der Universität entsprechend – das Verhältnis zwischen Glaube und Vernunft: Ich wollte zum Dialog des christlichen Glaubens mit der modernen Welt und zum Dialog aller Kulturen und Religionen einladen. Ich hoffe, daß in verschiedenen Augenblicken meines Besuchs – zum Beispiel, als ich in München unterstrichen habe, wie wichtig es ist, Ehrfurcht zu haben vor dem, was den anderen heilig ist – mein tiefer Respekt gegenüber den Weltreligionen deutlich geworden ist, besonders gegenüber den Muslimen, die »den alleinigen Gott anbeten« und mit denen wir gemeinsam eintreten »für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen« (Nostra Aetate, 3). Ich vertraue also darauf, daß nach den Reaktionen des ersten Augenblicks meine Worte in der Universität von Regensburg Antrieb und Ermutigung zu einem positiven und auch selbstkritischen Dialog sowohl zwischen den Religionen als auch zwischen der modernen Vernunft und dem Glauben der Christen sein können.

Am folgenden Vormittag, am Mittwoch, dem 13. September, hatte ich in der »Alten Kapelle« von Regensburg, in der ein Gnadenbild Mariens aufbewahrt wird, das der lokalen Überlieferung zufolge vom Evangelisten Lukas gemalt wurde, den Vorsitz in einer kurzen liturgischen Feier zur Einweihung der neuen Orgel. Ausgehend vom Aufbau dieses Musikinstruments, das aus vielen Pfeifen unterschiedlicher Größe zusammengesetzt ist, die jedoch alle harmonisch aufeinander abgestimmt sind, habe ich die Anwesenden an die Notwendigkeit erinnert, daß die verschiedenen Dienste, Gaben und Charismen in der kirchlichen Gemeinschaft unter der Leitung des Heiligen Geistes in Einklang sind, um eine einzige Harmonie des Lobes Gottes und der brüderlichen Liebe zu bilden.

Die letzte Etappe war am Donnerstag, dem 14. September, die Stadt Freising. Mit ihr fühle ich mich besonders verbunden, weil ich die Priesterweihe in ihrem Dom empfangen habe, der der allerseligsten Jungfrau Maria geweiht ist und dem hl. Korbinian – dem Verkünder des Evangeliums in Bayern. Und im Dom fand die letzte Begegnung statt, die auf dem Programm stand, die Begegnung mit den Priestern und den Ständigen Diakonen. Während die Emotionen meiner Priesterweihe wieder auflebten, habe ich die Anwesenden an ihre Pflicht erinnert, bei der Erweckung neuer Berufungen für den Dienst der »Ernte«, die auch heute »groß« ist, mit dem Herrn zusammenzuarbeiten, und ich habe sie dazu aufgefordert, das innere Leben als pastorale Priorität zu pflegen, um den Kontakt mit Christus, der Quelle der Freude in der alltäglichen Mühe des Dienstes, nicht zu verlieren.

Bei der Abschiedszeremonie habe ich noch einmal all denen gedankt, die an der Verwirklichung des Besuches mitgearbeitet haben, und habe den Hauptzweck der Reise erneut hervorgehoben: meinen Landsleuten die ewigen Wahrheiten des Evangeliums wieder aufzuzeigen und die Gläubigen in der Treue zu Christus zu festigen, dem Sohn Gottes, der für uns Mensch geworden, gestorben und auferstanden ist. Maria, Mutter der Kirche, helfe uns, Herz und Geist demjenigen zu öffnen, der »der Weg und die Wahrheit und das Leben« ist (Joh 14,6). Dafür habe ich gebetet, und ich lade euch alle, liebe Brüder und Schwestern, ein, auch weiterhin dafür zu beten und danke euch herzlich für die Zuneigung, mit der ihr mich in meinem täglichen Hirtendienst begleitet. Ich danke euch allen.

Die heutige Audienz gibt mir Gelegenheit, mit euch Rückschau auf meinen Pastoralbesuch in Bayern zu halten. Ich danke dem Herrn, daß er mir diese unvergeßliche Reise in meine bayerische Heimat geschenkt hat, die ich erstmals als Nachfolger Petri besuchen konnte. Mein inniger Dank gilt meinen Landsleuten für die herzliche Aufnahme und vor allem den vielen, die mit Hingabe zum Gelingen dieser Reise beigetragen haben.

Mit meinem Besuch wollte ich die Bande zwischen der Kirche in Deutschland und dem Stuhl Petri festigen; ich wollte die Menschen im Glauben an Jesus Christus stärken, den wir in der Gemeinschaft der Kirche bekennen. Ein besonderes Anliegen war es mir, das Verhältnis von Glaube und Vernunft und die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs sowie des Dialogs zwischen Wissenschaft und Religion aufzuzeigen. Hier bedarf es der Selbstkritik und, wie ich in München hervorgehoben habe, der Toleranz, die „die Ehrfurcht vor dem, was dem anderen heilig ist“, einschließt. Mit diesen Worten möchte ich nochmals klar meinen tiefen Respekt vor den Weltreligionen und vor den Muslimen bekunden, mit denen wir gemeinsam eintreten „für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen“ (Nostra Ætate, 3).

Die Stationen meiner Reise waren Orte, die meinen Lebensweg geprägt haben und mit denen ich verbunden bleibe: München, Altötting, Regensburg und Freising. Die bewegenden Gottesdienste, die frohen Begegnungen mit unzähligen Landsleuten und Pilgern haben mich und viele Menschen zutiefst berührt. Ich habe meine Reise, so wie einst meinen Hirtendienst im Erzbistum München und Freising, unter den Schutz der Patrona Bavariæ gestellt. Der Fürsprache Mariens, der Mutter der Kirche, vertraue ich auch meinen Petrusdienst an. Maria führt uns hin zu ihrem Sohn; sie lehre uns, dem Herrn Ohr und Herz zu öffnen, stets neu auf sein Wort zu hören und seine Botschaft der Liebe in unserer Welt zu verkünden.

* * *

Mit diesen Gedanken und Erinnerungen heiße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache willkommen. Besonders grüße ich die Teilnehmer an der Diözesanwallfahrt des Erzbistums Salzburg mit Erzbischof Alois Kothgasser. Liebe Freunde, wer glaubt, ist nie allein. Geben wir unseren Mitmenschen die Hoffnung weiter, die von Jesus Christus kommt, dem Erlöser der Welt. Der Herr segne euch alle!"

© Copyright 2006 - Libreria Editrice Vaticana

Pope John Paul II's reflection on his 1996 pilgrimage to Germany
General Audience, 26 June 1996 - in Italian & Spanish

"Carissimi Fratelli e Sorelle!
1. Oggi desidero rendere grazie a Dio per il mio recente, terzo viaggio apostolico in Germania. Dei due precedenti, il primo ebbe luogo nel 1980, in occasione del settimo centenario della morte di sant’Alberto Magno; il secondo, nel 1987, per la beatificazione di Edith Stein, a Colonia, e di P. Rupert Mayer, a Monaco di Baviera, entrambi vittime della violenza del regime nazionalsocialista. Sotto tale profilo, quest’ultimo viaggio si è posto in continuità con i precedenti: infatti, i due sacerdoti che ho proclamato beati domenica scorsa a Berlino, Bernhard Lichtenberg e Karl Leisner, hanno reso essi pure l’estrema testimonianza del martirio nel medesimo drammatico periodo storico.

Al ritorno da questa visita, esprimo il mio ringraziamento sia ai venerati Confratelli dell’episcopato tedesco, in modo speciale all’Arcivescovo di Paderborn, al Cardinale di Berlino ed al Presidente della Conferenza Episcopale, sia alle Autorità della Repubblica Federale di Germania: grazie di cuore per la squisita ospitalità. Sono grato inoltre a tutti coloro che, sul piano organizzativo, hanno contribuito affinché la visita si svolgesse nel migliore dei modi.

2. Paderborn e Berlino. Tra le molte città dalle quali il Papa aveva ricevuto un invito, sono state scelte queste due. E la scelta si è rivelata molto felice.

La prima meta è stata Paderborn. Questa antica sede vescovile, risalente al secolo Ottavo, conserva la memoria dello storico incontro tra Carlo Magno e papa Leone III, nell’anno 799, incontro nel quale il Pontefice e il Re dei Franchi strinsero un patto di cooperazione destinato a caratterizzare per secoli le vicende del continente europeo.

Patrono della diocesi è San Liborio, martire romano: presso le sue reliquie si è svolta la celebrazione della Santa Messa, che ha visto una partecipazione di fedeli davvero notevole.

Nel Ventesimo secolo Paderborn è divenuta sede metropolitana, alla quale fanno ora riferimento le diocesi di Fulda, di Magdeburgo e di Erfurt. Questo luogo, dunque, costituisce un ottimo punto di osservazione sulla storia della Chiesa in Germania: è interessante guardarla attraverso il "prisma", per così dire, di quella barca di Pietro, che si trovava nel lago di Galilea durante la tempesta, come ho avuto modo di ricordare nell’omelia a Paderborn. In realtà, la storia ha riservato non poche tempeste alle popolazioni tedesche, nel corso dei secoli. Forse la più grande è quella del nostro secolo, ma anche le epoche precedenti hanno conosciuto bufere e burrasche. Penso, in modo particolare, a quanto è avvenuto con la riforma luterana nel Sedicesimo secolo.

Opportuna è stata, perciò, la scelta di Paderborn come luogo di un incontro ecumenico: la preghiera per l’unità dei cristiani con la partecipazione della Chiesa cattolica, protestante e ortodossa si è svolta proprio nella Cattedrale. Sempre a Paderborn ha avuto luogo l’incontro con la Conferenza dell’Episcopato tedesco, che ha offerto l’occasione per richiamare i numerosi problemi della Chiesa in Germania, ed i non pochi meriti dell’Episcopato di quella nazione. Tra gli altri, come non citare l’importante iniziativa di riconciliazione tra i Vescovi tedeschi e polacchi, operata a nome di entrambe le nazioni, divise dalle esperienze della guerra? L’iniziativa ebbe origine all’epoca del Concilio Vaticano II e da trent’anni non cessa di portare molteplici frutti.

Sono poi conosciute, nella Chiesa e nel mondo, varie organizzazioni caritative promosse dai Vescovi tedeschi, come "Misereor" e "Adveniat", alle quali si è aggiunta la recente iniziativa denominata "Renovabis": sono tangibili espressioni della generosa solidarietà dei cattolici tedeschi verso i popoli più poveri e bisognosi.

3. Berlino. La scelta di Berlino, come seconda meta del pellegrinaggio papale, è stata non meno eloquente. La storia di questa città, un tempo residenza dei Re di Prussia, in seguito capitale dell’Impero Germanico, poi della cosiddetta Repubblica di Weimar e, infine, del Terzo Reich, ci permette di ripercorrere idealmente il passato remoto e specialmente quello a noi più vicino della nazione tedesca e dell’Europa.

Caduto il Muro e riunificate la Germania Occidentale e quella Orientale, Berlino è tornata ad essere capitale di tutto lo Stato tedesco. Qui risiede già il Presidente della Repubblica, mentre le autorità ed il Parlamento federali per il momento hanno sede ancora a Bonn.

Il nome "Berlino", nell’animo delle persone della mia generazione, continua ad evocare terribili e dolorosi ricordi. Questa città, infatti, come capitale del Terzo Reich, costituì il centro di infauste iniziative di carattere politico e militare, che gravarono pesantemente sulle sorti dell’Europa, soprattutto delle nazioni confinanti. Da Berlino, nel 1939, scaturì la tremenda decisione di iniziare la seconda Guerra Mondiale. Fu là che trovarono attuazione gli inumani progetti dei campi di concentramento e, in particolare, il programma della cosiddetta "Soluzione finale", decisa alla conferenza di Wannsee, cioè dello sterminio degli ebrei abitanti in Germania e in altre nazioni d’Europa: la tristemente famosa shoah.

A Berlino è, purtroppo, legata un’enorme quantità di dolore e di sofferenze umane: le ferite non sono ancora del tutto rimarginate. Dopo la celebrazione eucaristica nello Stadio Olimpico, rivolgendomi ai miei compatrioti polacchi, ho menzionato due campi di concentramento: quello di Sachsenhausen, dove nei primi mesi di guerra vennero deportati i professori dell’Università Iaghellonica di Cracovia, e quello di Ravensbruck, destinato a donne della Germania, in grande misura della Polonia e di vari altri paesi europei.

È stato, per questo, molto significativo che proprio a Berlino si sia svolta la beatificazione di due martiri dell’ideologia e della violenza nazionalsocialista: il parroco Bernhard Lichtenberg ed il giovane sacerdote della diocesi di Münster, Karl Leisner, ordinato clandestinamente nel campo di Dachau. Entrambi sono morti vittime del sistema totalitario, che non poteva "tollerare" il loro atteggiamento pastorale, ed hanno sacrificato la vita per Cristo.

4. Ultima tappa della mia visita a Berlino è stata la famosa Porta di Brandeburgo. Anche questo è nome inscritto nella memoria degli uomini della mia generazione come il luogo in cui il regime nazionalsocialista organizzava le sue scenografiche parate, mobilitando le folle e specialmente la gioventù in uno spirito di fanatismo ideologico. Riveste un indubbio significato storico il fatto che in quel luogo abbia potuto sostare il Papa e di là lanciare un suo messaggio. Potremmo dire che trova conferma, in un certo senso, il detto popolare, secondo cui la Provvidenza divina scrive dritto sulle linee storte degli uomini.

L’incontro presso la Porta di Brandeburgo ha avuto di mira soprattutto un altro contesto ed altri obiettivi, come ha messo in evidenza nel suo discorso il Signor Cancelliere di Germania. Occorre cioè intraprendere uno sforzo massiccio per superare le vecchie logiche dell’odio e della distruzione, e camminare verso il traguardo dell’intesa e della fratellanza fra i popoli. Le circostanze storiche sembrano essere ancora favorevoli a tale impegno, ma potrebbero rapidamente cambiare. Ecco perché bisogna seguire i venti propizi ed approfittare di una provvidenziale calma dopo la tempesta, come quella che, sulle acque del lago di Galilea, seguì al comando di Cristo.

È necessario educare gli individui e la comunità ad un nuovo spirito, lo spirito dei diritti dell’uomo, dei diritti delle nazioni, della giustizia internazionale e della solidarietà. Questo programma non si discosta praticamente da quello che la Chiesa propone a se stessa in vista dell’Anno 2000 ormai alle porte, e che ho prospettato nella Lettera apostolica Tertio millennio adveniente. Auspico che il programma dei responsabili delle nazioni e quello della Sede Apostolica e degli Episcopati possano agire in modo armonico, così che, sulla soglia del terzo millennio, i popoli salutino Cristo tra loro più riconciliati e più uniti.

Per questo preghiamo il Signore ed invochiamo la materna intercessione della Beata Vergine Maria, Stella della nuova evangelizzazione."

Pope John Paul II's reflection on his 1987 pilgrimage to West Germany
General Audience, 6 May 1987 - in Italian & Spanish

"Carissimi fratelli e sorelle.

1. “Voi mi sarete testimoni!” (At 1, 8).

Queste parole di Cristo hanno costituito il filo conduttore del viaggio apostolico, che nei primi giorni di maggio ho potuto compiere nella Repubblica Federale di Germania, su invito dei Vescovi tedeschi e delle rispettive autorità dello Stato.

In occasione dell’udienza di oggi, desidero esprimere il mio cordiale ringraziamento per tale invito ed anche per l’accurata organizzazione della visita.

Ringrazio altresì tutti coloro che in diversi modi hanno partecipato alle varie celebrazioni.

2. “Mi sarete testimoni”: le parole di Cristo, indirizzate prima dell’Ascensione agli apostoli, devono essere riferite in modo particolare, questa volta, a suor Teresa Benedetta della Croce, Edith Stein, che il primo maggio scorso ho avuto la gioia di proclamare beata durante la solenne liturgia svoltasi a Colonia. Edith Stein perse la vita nel campo della morte, condividendo la sorte di altri milioni di figli e figlie della sua nazione. Perse la vita come ebrea e insieme come carmelitana. L’eroicità delle sue virtù di fede e di confidenza in Dio, di carità, di pazienza, di amore, di perdono, di offerta della propria vita per la salvezza del suo popolo e della sua nazione, hanno fatto in modo che la Chiesa potesse proporla come esempio a tutti i fedeli, invocando anche la sua intercessione presso Dio. Ripeto qui ciò che ho detto a conclusione dell’omelia: “Ci inchiniamo oggi, insieme a tutta la Chiesa di fronte a questa grande donna che d’ora in poi potremo chiamare beata nella maestà del Signore; ci inchiniamo di fronte a questa grande figlia di Israele, che in Cristo, il Redentore, ha scoperto la pienezza della sua fede e della missione verso il popolo di Dio”.

3. Le stesse parole di Cristo - “Mi sarete testimoni” - devono essere riferite nel contesto del servizio papale compiuto in Germania, al gesuita padre Rupert Mayer, la cui beatificazione ebbe luogo a Monaco di Baviera il 3 maggio.

Anche padre Rupert Mayer fu un mirabile testimone sia nell’esercizio costante della carità sia nella difesa intrepida della verità. Egli generosamente accettò di condividere la croce di Cristo e non ebbe timore di affrontare la prigione e il campo di concentramento per proclamare e difendere i diritti di Dio e dell’uomo. Il suo esempio e il suo messaggio rimangono perennemente validi: “Anche oggi si tratta di dare a Dio quel che è di Dio. Solo allora sarà dato all’uomo quello che è dell’uomo”.

4. Queste due beatificazioni riguardano il periodo in cui in Germania e in altri paesi di Europa ci fu una sfida radicale alla fede ed alla morale cristiana: il periodo segnato dall’inumana attività del sistema nazional-socialista, che ha pesato tragicamente sulla storia del nostro secolo. Durante la mia visita pastorale in Germania ho potuto ricordare anche la nobile figura, di colui che in quei tempi terribili divenne per la Chiesa e per il popolo tedesco un punto di riferimento quale difensore dei diritti di Dio e dell’uomo, il Cardinale Clemens August von Galen, Vescovo di Münster, esaltando la sua personalità indomita e il suo impavido insegnamento.

5. Il ricordo di un passato relativamente non lontano ha portato nuovamente alla ribalta della pubblica opinione coloro che in modo particolarmente chiaro hanno saputo essere “testimoni di Cristo” nel momento della grave prova. E contemporaneamente tale ricordo è risuonato come una sfida per la generazione cristiana attuale, perché, in un tempo di piena libertà religiosa e civile, i credenti diventino testimoni di Cristo in una società caratterizzata da grande benessere, ma anche da crescente secolarizzazione.

6. Nell’ambito dell’appello indirizzato a tutti, alcuni argomenti sono stati messi in rilievo in modo particolare durante il pellegrinaggio.

Uno di essi è stato il problema della giustizia sociale, strettamente legato alla questione del lavoro e dell’occupazione. Questo tema è stato trattato nella città di Bottrop, dove, presso la miniera Prosper-Haniel, mi sono rivolto ai lavoratori ed agli industriali, ed anche durante la celebrazione eucaristica al “Parkstadion” di Gelsenkirchen, dove, sottolineando il valore del lavoro e la necessità della sua umanizzazione, ho affrontato anche il dramma della disoccupazione ed ho accennato ai pericoli della tecnologia slegata dalla coscienza. Non ho mancato di fare un riferimento alle esigenze del rispetto per l’ambiente ecologico.

7. Altro argomento importante è stato quello “degli operai e delle operaie nella vigna del Signore”.

Ad Augsburg ho incontrato le religiose e le novizie e, richiamandomi ai tre voti della loro consacrazione, le ho esortate alla donazione serena e gioiosa, perché da tale testimonianza possano trarre fiducia e coraggio altre giovani chiamate dal Signore ad una vita più perfetta. Sempre ad Augsburg ho avuto la gioia di inaugurare il nuovo seminario dedicato a san Girolamo. Qui mi sono rivolto in modo speciale ai genitori, perché la famiglia è il primo, indispensabile seminario; agli ammalati e ai sofferenti, perché accettando i loro dolori in unione con Cristo, ottengano per la Chiesa copiose benedizioni; ai teologi e ai docenti, perché con la loro dottrina e il loro esempio coltivino le vocazioni; ai seminaristi, affinché il tempo del seminario sia un periodo di autentica formazione culturale, ascetica e pastorale.

8. L’appello di Cristo a rendere testimonianza ha nei nostri tempi, e specialmente in Germania, un significato profondamente ecumenico. E quindi un incontro molto importante è avvenuto nella Basilica dei santi Ulrico e Afra ad Augsburg con i fratelli dell’ortodossia e della Riforma. La città di Augsburg è storicamente famosa, perché da essa prende nome la Confessio Augustana del 1530, che impegnò i seguaci di Lutero e i cattolici ad un tentativo di riunione e di riconciliazione dottrinale e disciplinare. “Quale direzione avrebbe preso la storia, quali possibilità missionarie vi sarebbero state per il nuovo continente, se allora il superamento delle divisioni e la chiarificazione dei problemi in questione avessero avuto un esito positivo!” Così ho detto durante l’incontro ecumenico di preghiera e di meditazione. Dobbiamo pregare incessantemente e compiere oggi ciò che oggi è possibile affinché domani possa realizzarsi ciò che domani sarà necessario.

9. Le parole “mi sarete testimoni” sono state sentite fin dall’inizio come una chiamata all’evangelizzazione di tutti i paesi e di tutti i continenti ed in particolare all’evangelizzazione dell’Europa. Un luogo che rende testimonianza di tale evangelizzazione, nel corso del primo millennio, è la città di Spira, antichissima sede imperiale. Era perciò opportuno che proprio dalla stupenda cattedrale romanica di Spira, dove sono le tombe degli imperatori e dalla storica piazza antistante, trattando il tema “La costruzione di un’Europa cristiana”, richiamassi la necessità di una “nuova evangelizzazione” dell’Europa nella prospettiva del terzo millennio.

10. In vicinanza ormai dell’apertura dell’Anno Mariano, molto significative e commoventi sono state le cerimonie di apertura dei pellegrinaggi alla Basilica di Kevelaer, dell’Atto di Affidamento alla Madonna “Consolatrice degli afflitti” e della successiva recita delle lodi. Richiamandomi al mistico evento della Pentecoste, quando uniti con Maria gli apostoli hanno ricevuto lo Spirito Santo, ripeto anche oggi ciò che ho detto a Kevelaer: “I fulcri autentici della storia vanno ricercati nei luoghi silenziosi della preghiera”.

11. Che questi importanti giorni del viaggio pastorale, nel corso dei quali mi è stato dato di compiere il servizio papale in mezzo alla Chiesa della Repubblica Federale di Germania, per intercessione di Maria santissima e dei nuovi beati Teresa e Rupert, portino il frutto promesso da Gesù agli apostoli nel Cenacolo: “Io vi ho scelti e vi ho costituiti perché andiate e portiate frutto e il vostro frutto rimanga” (Gv 15, 16).

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Ai fedeli di espressione tedesca

Liebe Brüder und Schwestern!
Während ich die Besucher aus Deutschland nun bitte, zusammen mit ihren Landsleuten in der Heimat die Eindrücke jener vier Tage noch weiter zu vertiefen und für ihr tägliches Christenleben auszuwerten, grüße ich alle Pilger deutscher Sprache. Mit besonderer Anerkennung möchte ich heute die Gruppe von Verwandten und Freunden der neuen Rekruten der Päpstlichen Schweizergarde nennen, die heute ihren feierlichen Diensteid ablegen. Der reiche Segen und Schutz Gottes begleite euch auf allen euren Wegen!"

Pope John Paul II's reflection on his 1980 pilgrimage to West Germany
General Audience, Wednesday 26 November 1980 - in Italian, Portuguese & Spanish

"Lineamenti della missione della Chiesa in Germania

Carissimi!

1. È mio desiderio sintetizzare nella odierna udienza il viaggio pastorale che, dal 15 al 19 novembre, mi ha condotto lungo le terre della Repubblica Federale di Germania, e cioè a Colonia, Bonn, Osnabrück, Magonza, Fulda, Altötting e Monaco di Baviera. In tale modo ho cercato di rispondere all’invito, che già da tempo mi aveva indirizzato l’Arcivescovo di Colonia, Cardinal Joseph Höffner, in occasione del 700° anniversario della morte di sant’Alberto Magno; al suo invito si erano associati anche i Cardinali di Magonza e di Monaco di Baviera, e tutto l’episcopato tedesco. Voglio poi sottolineare con gratitudine che l’invito, venuto da parte della Chiesa, è stato accompagnato anche da quello rivoltomi dal presidente federale (Bundespräsident). A tale proposito voglio aggiungere che ho molto apprezzato la presenza del signor presidente al momento del mio arrivo e della mia partenza, ed anche la possibilità del mio incontro con lui, con il cancelliere federale (Bundeskanzler) e con i rappresentanti delle autorità statali, la sera del 15 novembre, nel castello di Brühl.

2. Il carattere e il programma strettamente pastorali della visita mi hanno permesso - nonostante il breve spazio di tempo - di toccare una serie di problemi-chiave, collegati con la vita e con la missione della Chiesa in Germania. È noto quanto antica sia la storia del cristianesimo in quella terra sita a nord delle Alpi, sulle sponde del Reno, storia che risale fino agli antichi tempi romani.

E su questo antico sottofondo la storia, in senso proprio, della Chiesa in Germania inizia pienamente già dopo le migrazioni dei popoli, appunto fra quei popoli nuovi che prima erano ancora pagani. L’inizio dell’evangelizzazione in mezzo ad essi è collegato al nome del grande missionario benedettino San Bonifacio, Vescovo e martire, presso la cui tomba abbiamo pregato insieme a Fulda, dove ha avuto luogo l’incontro con l’intera conferenza dell’episcopato tedesco, e anche con i sacerdoti, con i diaconi e i seminaristi là convenuti da tutte le diocesi, come pure con i cooperatori della pastorale e con i rappresentanti dell’apostolato dei laici, splendidamente organizzato. Questo apostolato è largamente aperto ai bisogni della Chiesa e della società nei diversi paesi e nei diversi continenti, come ne danno testimonianza le organizzazioni missionarie e caritative di portata mondiale "Missio", "Adveniat", "Misereor". Le offerte, raccolte in occasione della mia visita in Germania, sono state destinate ai paesi del Sahel, afflitti dal flagello della siccità.

3. Dai tempi di san Bonifacio, cioè dall’VIII secolo, ha preso inizio lo sviluppo della Chiesa medioevale nelle terre germaniche. Quella Chiesa, nei secoli X e XI, ha dato alla sede apostolica sei Papi; inoltre ha dato molti santi e dotti, sia uomini, sia donne, tanto nelle corti degli imperatori quanto nei conventi e nelle abbazie. Uno di essi è appunto sant’Alberto, l’unico dei teologi medioevali al quale la storia abbia dato il soprannome di "magno", di "grande". Nato a Lauingen, egli fu, come teologo, maestro di san Tommaso d’Aquino, e ha grandi meriti nel problema dell’armonizzazione tra le scienze naturali, la filosofia aristotelica, e la conoscenza che si attinge dalla parola della divina rivelazione. Vescovo di Ratisbona, terminò la sua vita a Colonia 700 anni fa. Rendendo venerazione alla memoria di quel grande figlio di san Domenico, non si poteva non ricordare il grande Duns Scoto, che riposa pure a Colonia, nella chiesa dei francescani; come anche, nella stessa chiesa, un altro personaggio del secolo scorso: la figura del grande pastore e attivista sociale, reverendo Adolph Kolping, la cui opera permane e continua a svilupparsi in Germania e anche oltre le sue frontiere.

Insieme a sant’Alberto Magno, si svela dinanzi a noi una grande prospettiva storica della scienza e della cultura, nelle quali l’apporto della nazione e della Chiesa tedesca, nel passato ed al giorno d’oggi, è enorme. E pertanto si è data l’ottima opportunità che, nella splendida cattedrale di Colonia, io abbia potuto parlare agli uomini della scienza, riuniti in gran numero, professori e studenti, sul tema del problema fondamentale delle reciproche relazioni tra la scienza e la fede nel contesto contemporaneo. Un altro incontro, un po’ simile, ha avuto luogo l’ultimo giorno del viaggio, a Monaco di Baviera: esso ha riunito nello "Herkules-Saal" alcune migliaia di artisti, di uomini della cultura e anche di rappresentanti della cosiddetta cultura di massa, che viene sviluppata con l’aiuto degli strumenti contemporanei delle comunicazioni sociali: stampa, radio e televisione.

Nel contesto dell’anniversario del grande teologo del XIII secolo non poteva, evidentemente, mancare anche almeno un incontro con i rappresentanti dei professori delle numerose facoltà teologiche e degli atenei ecclesiastici della Germania, e questo ha avuto luogo a Altötting, il 18 novembre.

4. Camminando sulle grandi rotte della storia, arriviamo al sedicesimo secolo, all’apparire di Martin Lutero e ai tempi della Riforma. Appunto nell’anno corrente si compiono 450 anni dalla data, a cui si collega la famosa "confessio augustana" (1530). E benché gli sforzi intrapresi allora per mantenere l’unità della Chiesa non abbiano portato gli attesi risultati, tuttavia l’anniversario della "confessio augustana" è diventato per me un motivo particolare, per essere presente, proprio in quest’anno, nella patria della Riforma e cercare l’occasione per l’incontro con i rappresentanti della Chiesa Evangelica Tedesca (EKD), e delle altre chiese e comunità cristiane, con le quali la Chiesa cattolica sta in rapporto di cooperazione ecumenica. Ritengo come particolarmente importante l’incontro con i rappresentanti della chiesa evangelica tedesca a motivo delle circostanze storiche sopraindicate, ed evidentemente anche a motivo dell’ulteriore sviluppo di tutta l’azione da svolgere per l’unione dei cristiani, nella quale tutti noi vediamo la volontà di nostro Signore.

Questa è la via, dalla quale non possiamo tirarci indietro; ma dobbiamo sempre andare avanti, non desistendo dalla preghiera e dalla conversione interiore, ed adattando la nostra condotta alla luce dello Spirito Santo, il quale è l’unico a far sì che tutta l’opera si compia insieme nell’amore e nella verità. È opera di una importanza capitale per la credibilità della nostra testimonianza cristiana: "Perché il mondo creda"... Cristo ha pregato il Padre per i suoi discepoli, "perché tutti siano una sola cosa" (Gv 17,21).

Gli incontri ecumenici hanno avuto luogo a Magonza (Mainz). Si è aggiunto - pure a Magonza - l’incontro con i rappresentanti della comunità ebraica, il quale ha avuto un significato particolare ed una eloquenza singolare.

Completamento pastorale di questo capitolo ecumenico dell’intero programma furono anche la visita in Osnabrück, la concelebrazione e l’incontro con la "diaspora" cattolica della Germania del nord. Una esperienza molto necessaria e carica di significato.

5. La Chiesa in Germania si trova dinanzi ai grandi compiti della evangelizzazione, collegati con la situazione della società divisa, in seguito alla seconda guerra mondiale, in due stati tedeschi separati. Questi sono i compiti tipici per quella società altamente industrializzata nel senso della economia e della civilizzazione, e, nello stesso tempo, sottoposta ad intensi processi di secolarizzazione. In tali circostanze, la non facile missione della Chiesa richiede una particolare maturità della verità predicata e una forza d’amore tale, che sia capace di superare l’indifferenza e l’assenza effettiva di molti nella comunità dei credenti.

Le esperienze di quei pochi intensi giorni ci permettono di dedurre che la Chiesa in Germania cerca di contrapporre a quelle crescenti difficoltà la forza e la consequenzialità della fede di coloro che comprendono e confessano il loro cristianesimo "nell’opera e nella verità". Proprio tale eloquenza hanno avuto per me quegli incontri, che hanno condotto, in un certo senso, allo stesso profilo vivo della società del Popolo di Dio. Ho in mente la santa messa per i coniugi e le famiglie sul Butzweilerhof, a Colonia. Poi, gli incontri simili, per il loro carattere con il mondo del lavoro durante la santa messa a Magonza per ricordare il Vescovo Ketteler, grande portavoce della causa sociale. Infine la santa Messa per i giovani a Monaco di Baviera, sulla Theresienwiese.

Bisogna aggiungere che questi incontri liturgici si sono svolti con tempo sfavorevole, sotto la pioggia e il freddo di novembre a Colonia e Magonza, e col freddo penetrante e col vento a Monaco di Baviera. I partecipanti non soltanto sono rimasti al loro posto in quelle difficili condizioni atmosferiche, ma erano lì già parecchie ore prima dell’inizio della santa Messa, pregando, cantando e meditando sulla parola di Dio. Con ciò hanno reso una particolare testimonianza di fede e di paziente perseveranza.

Nella repubblica federale di Germania vi sono poi molti lavoratori stranieri, sia cristiani sia musulmani. Gli incontri con loro si sono svolti presso la cattedrale di Magonza; erano presenti i gruppi: turco, italiano, spagnolo, croato e sloveno; e, a parte, un gruppo polacco ed altri. Momenti pieni di particolare calore umano e di comunione fraterna e cristiana sono stati i due incontri con i fedeli della capitale federale nel Münsterplatz di Bonn e con gli anziani nel Liebfrauendom di Monaco.

6. Desidero dedicare l’ultimo punto di questo ricordo alla visita al santuario Mariano di Altötting, nel territorio della Baviera (diocesi di Passau), dove erano state invitate soprattutto le congregazioni religiose femminili e maschili, e, nello stesso tempo, erano venuti numerosi pellegrini da diverse parti, specie dalla Baviera e dall’Austria. A questo incontro si riferisce la preghiera che ho già scritto dopo il ritorno a Roma.

Certamente il tempo severo di novembre non ha favorito esternamente tutto il pellegrinaggio, e tuttavia ringrazio Dio per averlo potuto compiere, e proprio in tali condizioni.

E ringrazio tutti gli Uomini che in qualsiasi modo hanno ad esso contribuito, e, in qualsiasi modo, vi hanno partecipato. Vergelt’s Gott."